Samtgemeindeübung 2018 in Messingen

Kurz nachdem Schulleiterin Gude den Notruf abgesetzt hat, heulen in Messingen die Sirenen auf. Die zuerst eintreffenden Kräfte der Ortsfeuerwehr Messingen beginnen sofort, eine Wasserversorgung aufzubauen. Ein erster Angriffstrupp macht sich bereit, um unter Atemschutz in das Schulgebäude vorzudringen und die Lage zu erkunden. Dies erweist sich als schwierig: Der Trupp benötigt mehr Schlauch. Als der da ist, gehen die beiden Feuerwehrmänner weiter in dem langen Flur des Schulgebäudes vor. Hinter einer Zwischentür gleicht dies einem Blindflug. Der Flur ist komplett verraucht und die Einsatzkräfte können kaum die Hand vor Augen sehen. Disconebel sorgt dafür, dass die Übung so realitätsnah wie möglich abläuft.

 

Unterdessen sind auch die anderen Ortsfeuerwehren aus der Samtgemeinde Freren in Messingen eingetroffen. Die Wehrleute aus Andervenne, Beesten, Freren und Thuine unterstützen jetzt ihre Kameraden aus Messingen. Rund 65 Kräfte mit elf Fahrzeugen sind jetzt im Einsatz. Ein zweiter Angriffstrupp geht durch den Keller des Schulgebäudes vor. Von dort ist der Weg zu den in einem Klassenraum eingeschlossenen Schülern kürzer. Sie werden von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr Messingen dargestellt. Vor dem Fenster des Klassenraums bauen die Feuerwehrleute derweil ein Gerüst auf. Als die Angriffstrupps die Eingeschlossenen erreicht haben, können darüber die Menschen ins Freie gerettet werden. Einfach rausklettern geht aber nicht: Ein Rollstuhlfahrer und eine Person mit gebrochenen Beinen müssen gerettet werden.

Damit das Feuer nicht auf ein benachbartes Wohnhaus übergreift, errichtet die Ortsfeuerwehr Freren einen provisorischen Wasserschild hinter dem Schulgebäude. Die Ortsfeuerwehr Beesten hat eine zusätzliche Situation abzuarbeiten. Wenig hundert Meter von der Grundschule entfernt hat sich ein Verkehrsunfall ereignet. Ein Auto ist in Container mit Flüssigdünger gefahren und liegt auf der Seite. Die Container laufen aus, das Auto liegt auf der Seite und es gibt mehrere Verletzte. Plötzlich taucht auf dem Flachdach der Grundschule eine Person auf, die sich vor dem Brand dorthin geflüchtet hat. Jetzt ist die Ortsfeuerwehr Andervenne gefragt. Mit einer Leiter begeben sich zwei Wehrleute auf das Dach. Bevor die Person nach unten steigen kann, wird sie mit einer Leine gesichert. Andere Wehrleute aus Andervenne bringen einen großen Ventilator in Stellung. Mit ihm soll der Rauch aus dem Schulflur entfernt werden. Für die Stromversorgung wird ein Generator angeworfen.

Die Ortsfeuerwehr Thuine bekämpft den Brand mit einem Wasserwerfer vom Schulhof aus. Das Wasser muss dafür über eine längere Wegstrecke herangebracht werden. Eine zwischengeschaltete Pumpe und zwei Löschfahrzeuge aus Freren und Messingen sorgen dafür, dass der Wasserwerfer der Thuiner genügend Druck bekommt.

Nach gut anderthalb Stunden neigt sich die Übung ihrem Ende zu. Andreas Wentker, Brandabschnittsleiter Emsland-Süd, und die Ortsbrandmeister können ihre Notizblöcke, in denen sie den Ablauf der Übung protokolliert haben, schließen. Wentker zieht ein erstes Fazit: "Die Kameraden haben das Übungsszenario sauber, fast wie aus dem Lehrbuch, ruhig und diszipliniert abgearbeitet." Wentker dankt seinen Kameraden und hebt besonders den Einsatz der Statisten von der Jugendfeuerwehr Messingen hervor. Frerens Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz bezeichnet die Übung als wichtig: "Die Zusammenarbeit der fünf Ortsfeuerwehren hat funktioniert." Gemeindebrandmeister Jürgen Huesmann kündigt an, dass in zwei Wochen bei der nächsten Sitzung des Samtgemeindekommandos die Übung detailliert besprochen wird. "Eventuelle Mängel können wir dann beim nächsten Mal abstellen."

Nach der Übung brennt es dann wirklich – aber nur im Grill am Feuerwehrgerätehaus in Messingen. Nach der Übung treffen sich dort die Mitglieder der fünf eingesetzten Ortsfeuerwehren zum kameradschaftlichen Beisammensein. Auch das gehört zu einer erfolgreichen Übung dazu.

Text/Foto: Lingener Tagespost

 

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